Mongolei

Allein der Name Mongolei ruft bei vielen Überland-Reisenden bestimmte Assoziationen hervor: wunderschöne Landschaften, ewige Weiten, Einsamkeit und anspruchsvolle Strecken. Insgesamt stimmt das auch alles, ich hatte viel Spaß in der Mongolei und habe einiges erlebt. Während man durch das Land fährt weicht der Mythos aber nach und nach der härteren Realität. Das Besondere an der Mongolei erschließt sich einem wohl erst, wenn man das Land selbst bereist. Es ist mir auch schwergefallen die tollen Landschaften zu fotografieren, ein Bild mit Kies bis zum Horizont kann einfach nicht vermitteln wie man sich fühlt, wenn man sich tagelang in der Wüste aufhält. Zu den ersten Tagen habe ich noch ein bisschen was geschrieben, was ich sonst noch erlebt habe findet ihr bei den Bildern. Viel Spaß beim lesen und kucken 🙂

 
Relativ bald hinter der Grenze treffe ich Bata, er spricht englisch und lädt mich zu sich nach hause auf einen Tee ein. Sein Motorrad zieren einige Touratech-Aufkleber. Nach dem Tee mit seiner Mutter und Schwester fahren wir zusammen zu seinem Bruder nach Ölgii, wo ich die Nacht verbringen kann. Da Batas Reisetempo bei etwa 40 km/h liegt habe ich genug Zeit mir die beindruckende Landschaft entlang der Strecke anzuschauen. Wir fahren durch trockene Steppen, jeder kleine Pass eröffnet den Blick in ein neues Tal, die verschneiten Gipfel des Altai verschwinden langsam hinter uns. In Ölgii fahren wir eine Zeit lang kreuz und quer durch Wohngebiete bis wir am Haus ankommen. Im Wohn/Ess/Schlafzimmer unterhalten wir uns lange, zum Abendessen wird vom Schaf, das in der Küche liegt, ein Stück abgeschnitten, gekocht und dann mit reichlich Zwiebeln angerichtet. Das Fett an den Fingern sei gut für die Haut, sagt Bata, fließendes Wasser zum Waschen gibt es eh nicht 😉

Da meine Kette inzwischen am Ende ist tausche ich diese und das Kettenrad zusammen mit Bata und seinem Bruder, über die Hilfe freue ich mich, auch wenn ich sie vom allzu often Gebrauch des Hammers abhalten muss..

Von Khovd aus will ich abseits der Hauptstrecken nach Norden fahren. Als der Asphalt plötzlich aufhört liege ich direkt das erste mal im Sand. Straßen gibt es jetzt keine mehr, man versucht den Spuren zu folgen, die andere vor einem hinterlassen haben und hofft, dass sie in die richtige Richtung führen. Die Tracks enden öfter auch mitten im Nirgendwo, sodass nur noch das Navigieren nach Landmarken und der Himmelsrichtung bleibt. Mein Waserverbrauch steigt in der trockenen Steppe enorm, sodass ich froh bin nachmittags in ein Dorf zu kommen, wo ich meine Vorräte auffüllen kann. Abends errichte ich mein Lager an einem See, genieße die Aussicht und die Ruhe in der Natur.
Fast den ganzen nächsten Tag fahre ich um einen großen See herum, unterwegs begegnen mir viele Kamele und Eidechsen und ich kann beobachten wie das Wasser seine Farbe im Lauf des Tages ändert. Abends bin ich ziemlich fertig und froh, als ich wieder eine „richtige“ Straße erreiche.
Ich beschließe mich bis Ulaanbaatar eher an die Hauptrouten zu halten. Teilweise ist die Strecke asphaltiert, dort wo sie es nicht ist, ist der Zustand der Strecke oft sehr schlecht.