Bolivien

Vom Pantanal aus reise ich die ersten beiden Tage in Bolivien durchs Flachland bevor ich dann westlich von Santa Cruz nach Samaipata fahre, einem netten Ort auf ca. 1800m. Da ich seit Feuerland in keinem Gebirge mehr war, ist die Landschaft hier umso schöner. Zufälligerweise findet ein paar Tage nach meiner Ankunft ein Motorradtreffen statt, sodass ich insgesamt etwa eine Woche in Samaipata bleibe, einige Reisende treffe und die aus vielen Einwanderern bestehende Community besser kennen lerne. 

Nach dem Treffen fahre ich zusammen mit Klaus, einem deutschen Motorradfahrer aus Paraguay und Walter in seiner Ente die nächsten Tage gemeinsam weiter. Die Strecke auf der Rutal del Che ist gut und die Landschaft wunderschön. Nur in der Nacht, als wir in La Higuera, dem Ort, in dem „Che Guevara“ erschossen wurde, übernachten, regnet es stark, wodurch wir am nächsten Tag auf der matschigen Piste nur sehr langsam voran kommen. 

In Bolivien kann man hautnah erleben wie unterschiedlich die Ansichten zu einer Person oder deren Handlungen sein können. „Che“ Guevara wird hier von den Einen als Revolutionär und Held gefeiert, von den Anderen als Terrorist und Mörder verurteilt. 

Mit Sucre, der Hauptstadt Boliviens, erreichen wir eine der schönsten Städte Südamerikas, die ich bisher gesehen habe. Die Altstadt ist sehr kompakt und von vielen älteren Gebäuden im spanischen Stil geprägt, von denen die meisten aber sehr gut erhalten sind und gepflegt werden. 

 

Brasilien

Mein Highlight in Brasilien ist sicher das Pantanal. Es ist eines der größten Feuchtgebiete dieser Erde und Heimat von über 650 Vogelarten und über 120 Säugetierarten. Raubkatzen sehe ich zwar keine, dafür aber z.B. sehr viele Vögel und einige Capybaras. 

Im Pantanal sind manche ehemalige Farmen heute zu Hotels umgebaut. Da der Campingplatz unter Wasser steht bekomme ich relativ günstig einen Platz in einem Schlafsaal inklusive Vollverpflegung. Bei einer Bootstour sehen wir Kaimane, einen Hirsch und Piranhas. 

Trotz staatlich eingerichteter Schutzzonen ist die Tier und Pflanzenwelt des Pantanals leider aus verschiedenen Gründen stark bedroht.

Außerhalb des Feuchtgebiets ist dieser Teil Brasiliens sehr durch Landwirtschaft geprägt, ich sehe sehr viel Mais und Zuckerrohranbau. 

 

Paraguay

Von Iguazu aus reise ich nach Paraguay ein, leider zeigt sich das Land hier nicht gerade von seiner besten Seite. Die Grenzstadt Ciudad del Este lebt hauptsächlich vom Handel und wohl auch Schmuggel mit den Nachbarländern und ist extrem überfüllt. Immerhin bekomme ich hier bei Pirelli einen neuen Hinterreifen, den mir aber weder der Verkäufer noch der offizielle Yamaha Händler aufziehen will. Ein paar Minuten später finde ich aber einen hilfsbereiten Mechaniker. Als ich den Preis von 5$ ohne Verhandlung akzeptiere, fragt er mit einem Lachen im Gesicht: „6 Dollar?“.

In Coronel Oviedo bleibe ich einige Tage bei Walter.  Er ist vor vielen Jahren nach Paraguay ausgewandert und hat mit seinen mehreren 2CV und Land Rovern viele Touren durch Südamerika unternommen. Sein Haus mit dem schönen Garten in dem verschiedenste Obstbäume wachsen und die nette Gesellschaft sind für mich wie eine Oase im geschäftigen Südamerika in der ich mich wohlfühle und etwas erholen kann. 

Mit Tipps zur Route und Unterbringungen verlasse ich Paraguay ein paar Tage später wieder im Norden nach Brasilien. Die Strecke im Norden ist schöner und hat vor allem weniger Verkehr. Insgesamt, finde ich, hat Paraguay aber eher wenig Besonderes zu bieten.  

 
 
 

Uruguay

Von Buenos Aires fahre ich nach Uruguay, bereits die ersten Ortschaften wirken im direkten Vergleich zu Argentinien gepflegter. 

Außer ein paar netten Dörfern und Kleinstädten gibt es in Uruguay aber eher wenig Spektakuläres. Auffallend finde ich aber die vielen modernen Höfe und ab und zu sehe ich auch Windkraftanlagen.